Vernunft? Fehlanzeige!

Die erste Zeit, die man seine Kinder vermisst, ist gar nicht die schlimmste. Ich glaube, diese Erfahrung habe ich schon bei Evi gemacht. Anfangs denkt man noch, ach, das nur vorübergehend und man muss nur mal vernünftig mit den Kindern sprechen. Es sind doch vernünftige Menschen.

Weit gefehlt! Es fällt einem enorm schwer, zu begreifen, dass Vernunft nicht greift. Das normales und rationales Denken so entfernt ist wie … mir fällt gerade kein passender Vergleich ein.

Es fällt schwer zu begreifen, dass man seine Kinder 20, vielleicht 30 Jahre nicht sehen wird, wahrscheinlich sogar nie mehr. Dabei will man doch nur mal vernünftig reden! … und schon wieder hängt man in dieser Schleife. Warum ist doch nur ein einziger klarer Gedanke bei den Kindern so weit entfernt?

Gestern habe ich am PC alte Fotos vom Handy sortiert. Wir hatten so viel Spaß, warum zählt das nichts? Was denken die Kinder darüber? Was denken sie, wenn sie sich an mich erinnern, z.b. Liedern, die wir gemeinsam gefeiert haben? Queen, Disturb, Vollbeat, nicht zuletzt Wise Guys? Aber auch Talking Head, Eminem, Fleetwood Mac und so viele mehr. Kultige Filme und Fernsehserien, wie Star Wars, Dr. Strange, die Maus, Dr. Who, Orville.

Ich habe gedacht, hier meine Gedanken zu lassen befreit mich ein wenig. Aber es holt auch immer wieder die Erinnerungen zurück und schmerzt. Schreiben mit einem dauerndem Fluß von Tränen hinter der Brille. Gut, dass ich mit 10 Fingern schreiben kann.

Aber ich werde das auch bald wieder beenden und hoffen, dass ich irgendwann wieder Ruhe finden kann. Mich auf meine Hobbys und Freunde konzentrieren. Wenn ich hier nicht mehr schreibe, ist das kein Zeichen, dass ich nicht mehr an die Kinder denke, es ist der Versuch „Normalität“ zu finden. Es ist immer noch unendlich schwer man ein paar Stunden nicht an die Kinder zu denken, immer wieder reitet einen irgendetwas die Schleife, ein Film, ein Song im Radio, spielende Kinder, Kinder mit ihren Vätern, Emails …

Ich versuche mir einzureden, dass es irgendwann auch mal ohne die Kinder gehen muss. Hah!

Irgendwas hab ich auch bei der Config von diesem WordPress vermurkst, dass die Funktionen Kalender und Archiv nicht richtig funktionieren. Mal sehen, ob das irgendwann funktioniert, aber vorher macht es auch nicht richtig Sinn noch mehr Beiträge zu schreiben, wenn man nicht navigieren kann.

Am Anfang habe ich auch hier mal geschrieben, dass ich die Kinder verstehen kann, dass sie so auf ihre Mutter hereingefallen sind. Dass muss ich, glaube ich, revidieren: Anders als bei ihnen hat mich keiner gewarnt. Ich wusste nichts von diesen Denkmustern. Die Kinder schon. Ich habe sie gewarnt. Sie müssen schon recht genau wissen, was sie tun und sie tun es mit Absicht. Ich weiß auch nicht mehr, ob ich ihnen das jemals verzeihen kann?

Das Verhalten ist schon monströs!

Vieles von dem oben geschriebenen sind Gedanken der letzten Tage.

Heute morgen habe ich über mein Lieblingszitat von Erich Kästner nachgedacht:

Was immer auch geschieht,
nie sollt ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!

Erich Kästner

Ich werde in Zukunft dafür sorgen, dass alles, was in meinem Besitz ist, nicht an die Kinder vererbt wird. Dieses Verhalten kann ich leider nicht weiter tolerieren. Es gibt Menschen, Institutionen, die meine kleine Zuwendung besser verwerten können.

Mich würde ja interessieren, ob meine Zeile eigentlich eine Sau interessiert. Eigentlich egal, aber falls doch, hinterlasse doch mal einen Kommentar.

CU

Ergänzung: nachdem ich heute Mittag noch diesen Beitrag geschrieben habe, hatte ich heute Nachmittag noch das Vergnügen etwas Aktuelles zu https://familiemuellerinremscheid.de/2021/02/28/mattis-geburtstag/ hinzufügen zu können. 😉

Wenn es nicht so traurig wäre, man könnte herzhaft über soetwas (und wieder fehlt mir die passende Beschreibung) lachen.

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