Narzissmus: Die Dosis macht das Gift

Natürlich haben wir immer auch Ansprüche an unsere Partner, Kinder, Eltern, Verwandten und Mitmenschen. Das macht unser Leben zur Gemeinschaft, nur so konnten wir als sozialer Mensch überleben. Mal gibt man, mal nimmt man und im Großen und Ganzen gleicht es sich aus.

Der Narzisst ist absolut. Er ist einzigartig und das muss er zeigen. Und so, wie er diesem Zwang alles unterordnet, so verlangt er dies auch von seinem Umfeld, soweit er es beeinflussen kann.

Narzisstische Eltern projizieren diesen Anspruch auf ihre Kinder. Sie definieren sich durch den Erfolg der Kinder. Die Kinder merken, dass sie nur dann den narzisstischen Vater oder die narzisstische Mutter glücklich machen, wenn sie funktionieren.

Mein Sohn hat mir mal erzählt, dass er etwas nur gemacht hat, weil wir das so toll fanden. Ich fand das „Hobby“ eigentlich albern, aber man lobt doch sein Kind, warum auch immer es daran Spaß hat. So bin ich als Mitläufer zum Werkzeug geworden.

Am Ende müssen die Kinder auch liefern. Und das zeigt der Narzisst dann gerne, gibt sich dabei aber natürlich bescheiden und genießt es im Kreis besonderer Personen zu sein.

Natürlich macht das Hobby auch Spaß. Hätte es aber auch so viel Spaß gemacht, wenn Mutter/Vater auch anders zufrieden sein können? Und so leidet auch die Selbstsicherheit, die einem so ein Hobby geben kann, da das Kind immer vom Gefühl getrieben wird, dass es immer noch nicht genügt. Und, weil es dank seines Erfolges und nicht seiner selbst geliebt wird.

Und was erst, wenn das Kind entdeckt, dass es noch andere schöne Dinge im Leben gibt, es sich vielleicht entscheiden muss oder feststellt, dass lange geglaubte Ideale gar nicht so ideal sind?

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